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Allgemeines

Aufgrund der zahlreichen Funktionen, die die alpinen Flussräume erfüllen müssen und der vielfältigen Ansprüche, die an sie gestellt werden, besteht in der schutzwasserwirtschaftlichen Planung der dringende Bedarf nach einem ganzheitlichen „Flussraummanagement“, das vor allem schutzwasserwirtschaftliche, raumplanerische und ökologische Ansprüche miteinander verknüpfen soll. Wesentliche Funktionen und Nutzungen der Flussräume sind Hochwasserschutz und Hochwasserrückhalt (Retention), extensive land- und forstwirtschaftliche Nutzungen, Erholungsnutzung, Grundwassersicherung und Naturschutz. Ein modernes Flussraummanagement steht daher vor der Aufgabe, diese Ansprüche und Erfordernisse bestmöglich in Einklang zu bringen.

Flussraummanagement, wie es in der Projektgruppe der RBA verstanden wird, beschäftigt sich mit der Abstimmung von raumrelevanten Vorgängen vor dem Hintergrund Hochwasserschutz und Raumordnung in alpinen Tallagen. Dabei wird die sektorale schutzwasserwirtschaftliche Betrachtung zu einem ganzheitlichen Flussraummanagement erweitert, das auf den 3 Säulen:
ANALYSE
PLANUNG und
KOMMUNIKATION
basiert.


Das Flussraummanagement nimmt insbesondere in der räumlichen Entwicklung von gefährdeten, intensiv genutzten Tallagen eine entscheidende Rolle ein. Im Planungsprozess wird deshalb besonderes Augenmerk auf die Einbindung möglichst vieler Akteure gelegt: z.B. Fachdienststellen, Gemeinden, Interessensvertreter, Betroffene, etc.

Der Planungsprozess beruht dabei auf zwei maßgeblichen Grundlagen, den „technischen“
und den „organisatorischen“ Instrumenten:

Beispiele „Technische Instrumente
Planungen: Gewässerentwicklungsplanungen, Gefahrenzonenplanungen etc. vor dem Hintergrund der Art der Inhalte (was ist in so einem Plan drin)
Analysen / Berechnungen: Prognose / Vorhersagbarkeit, N/A Modelle, hydologische bzw. hydraulische Ansätze
Retentionsräume: gesteuerte / ungesteuerte Polder, Notentlastungen, zweite Verteidigungslinie
etc.

Beispiele „Organisatorische Instrumente“
Organisationsentwicklung, -strukturen
Abstimmung mit /über Raumordnung
Kommunikation: Flächen- und Risikodialog; Wie werden Abstimmungsprozesse initiiert / am Leben gehalten? Wer übernimmt die Federführung in diesen Prozessen?
Prozessorientierte Umsetzung: Gewässerentwicklungsplanungen, Gefahrenzonenplanungen etc. vor dem Hintergrund der Kommunikation / Umsetzung der Inhalte (wie geht man mit den Inhalten um)
etc.

Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass ein erfolgreiches Flussraummanagement beide Grundlagen benötigt. Fehlt eine davon, so werden Projekte oft erheblich erschwert wenn nicht sogar unmöglich.

Unter der Federführung des Lead – Partners Bayern wurde die „Flussraumagenda für den Alpenraum“ entwickelt, die an 11 ausgewählten Flussräumen modellhaft umgesetzt werden soll. Die im Rahmen der Flussraumagenda gewonnenen Erkenntnisse sollen in drei transnationalen Konferenzen diskutiert und vertieft werden. Als Ergebnis sollen abgestimmte Beiträge zum alpinen Flussraummanagement unter den Vorgaben der EU-Richtlinien in Form eines „Best Practice Guide“ vorliegen.

Die Laufzeit des Projektes erstreckt sich von Mai 2003 bis Februar 2006.

 
 
   flussraumagenda@alpenforschung.de